Anmelden oder registrieren!

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Reiseforum - Reiseberichte. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Sina

Master Amigo

  • »Sina« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 21 676

Wohnort: Neigschmeckt ins Schwabenland

  • Nachricht senden

1

Donnerstag, 26. März 2009, 19:48

Mietwagen und Autofahren in Venezuela bzw. auf der Isla Margarita

Auf der Isla Margarita gibt es auch diverse Autovermietungen. Ein Mietwagen bedeutet Unabhängigkeit und individuelle Reiseerlebnisse abseits der Masse und ist sicherlich sehr empfehlenswert, wenn man die Insel auf eigene Faust erforschen und kennenlernen möchte. Die Verkehrsregeln und auch die Fahrweise in Venezuela und speziell auf der Isla Margarita (dort gibt es bis heute keine Fahrschule, fahren lernt man von Papa oder Mama und den Führerschein gibt es für ein paar Bolivares und eine gute Flasche Whiskey bei der Polizei, nachdem man eine Runde auf dem Polizeiparkplatz gedreht hat) sind für unsere Verhältnisse recht unorthodox, die Strassen teilweise in sehr schlechtem Zustand und mit tiefen Schlaglöchern. Auf der Autobahn werden 3 Fahrspuren problemlos zu 6 Fahrspuren umgewandelt. Auf den Strassen begegnen einem häufig uralte Vehikel, die eigentlich nur noch durch Klebeband und Draht zusammengehalten werden und im Dunkeln auch häufig ohne Licht unterwegs sind. Überraschungen sind also vorprogrammiert.

Dennoch ist das Autofahren dort kein grosses Problem und m. E. wesentlich stressfreier als in Europa. Alle nehmen Rücksicht aufeinander und geben aufeinander acht (weil keiner die uns bekannten Verkehrsregeln kennt), man verständigt sich viel mit Handzeichen oder Hupsignalen. Bagatellunfälle, weil jemand auf sein Vorfahrtsrecht bestanden hat, sind fast unbekannt - wenn es doch mal "kracht", dann leider richtig.

Spezielle Hinweise für Mietwagenfahrer:

- der Mietwagenvertrag bzw. die Versicherung sollte ohne jegliche Selbstbeteiligung sein

- absolut defensiv - kreativ fahren und keinesfalls davon ausgehen, daß den anderen Verkehrsteilnehmern europäische Verkehrsregeln bekannt sind

- niemals auf sein "Recht" bestehen - sei es nun eine grüne Ampel oder Vorfahrtsregeln

- nicht wundern, wenn der Taxifahrer oder Polizist neben einem an der Ampel erstmal einen Schluck Rum oder Bier nimmt. Das ist normal.

- Ampeln: Rot ist nicht immer rot und grün ist nicht immer grün. Vor dem Passieren einer Ampel sollte man IMMER schauen, ob die Strasse auch wirklich frei ist. Ist die Ampel rot und hält man ordnungsgemäß an, obwohl man eigentlich fahren könnte, kann es durchaus passieren, daß ein Polizeiauto hinter einem wild hupt und die Polizisten "Heeeeeeeeeeeee, chica, venga, venga, venga" schreien. Darüber sollte man nicht weiter nachdenken - sondern fahren. Passt schon.

- nichts im Auto zurücklassen. Mir wurde selbst wegen einer Wassermelone auf dem Rücksitz schon das Seitenfenster eingeschlagen. Das Autoradio blieb drin :grin: .

- beim Parken an beliebten Plätzen (z. B. am Mercado Conejeros (Porlamar/Isla Margarita)) bieten in der Regel Kinder oder Jugendliche an, für ein paar Bolivares aufs Auto aufzupassen. Manchmal "waschen" sie es auch mit Dreckwasser. In jedem Fall zahlen - sonst ist das Auto nach dem Marktbummel nicht mehr in ursprünglichen Zustand bzw. fehlt der Inhalt.

- im Dunkeln sollte möglichst auf Autofahrten verzichtet werden

- beim Fahren in bewohnten Gebieten Türen verriegeln und Fenster geschlossen halten

- Manchmal wird mit fingierten Verkehrsunfällen versucht, einen Überfall durchzuführen. Daher, auch wenn es schwerfällt, keinesfalls anhalten, wenn eine Person am Strassenrand liegt. Würde man selbst dort liegen, würden einem im günstigsten Fall die Wertsachen abgenommen, bevor ggf. ein Krankenwagen gerufen wird. Die Komplizen lauern in der Regel schon im Gebüsch oder hinter einem Felsen. Gleiches gilt bei Steinschlägen (z. B. auf der Strecke zwischen dem Hotel Hesperia Margarita/Pedro Gonzalez und der Playa el Agua) im Gebirge. Tolle Aussicht, aber nicht ungefährlich. Nicht anhalten, sondern Gas geben und durch. Es gibt Diebesbanden, die mit solchen Methoden versuchen, Mietwagen zu stoppen und aufzuhalten.

- Tanken: Benzin ist für unsere Verhältnisse extrem günstig, das Tankstellennetz auf dem östlichen und meistbesiedelten Teil der Isla Margarita auch gut. Ausflüge auf den fast unbewohnten westlichen Teil der Insel (Halbinsel Macanao) sollten allerdings nur mit vollem Tank angetreten werden, da Tankstellen dort eine echte Rarität sind. An Tankstellen wird man grundsätzlich bedient: Der Tankwart kommt, bittet um Öffnung des Tankes und füllt ihn je nach Wunsch. Ein Verlassen des Autos ist nicht erforderlich - es sei denn, man möchte im Tankstellenshop noch Getränke oder Snacks kaufen.
Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muß oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind. (Kurt Tucholsky)

Grismo

Neu Amigo

Beiträge: 27

Wohnort: Niedersachsen

Beruf: Kaufmann

  • Nachricht senden

2

Sonntag, 20. Juni 2010, 10:51

Ein Mietwagen kostet im Schnitt 30 € Pro Tag.

Wir bevorzugen immer ein Taxi.
Wir haben seit Jahren schon einen Einheimischen Taxifahrer, welcher sehr zuverlässig ist und uns
von Morgens bis Abends durch die Gegend fährt, so wie wir es wollen. Am Ende bezahlen wir je nach Dauer zwischen 15 und 20 €

grismo
:urlaub:

holgereberle

Master Amigo

Beiträge: 14 555

Wohnort: Deutschland

Beruf: Elektro Fachplaner

  • Nachricht senden

3

Montag, 21. Juni 2010, 00:45

Wir hatten immer einen Mietwagen auf Isla M. und allein die "Wegfahrsperre" war schon jeden Cent wert :kuller: . Ich hatte hier schon über unsere Erfahrungen berichtet.
die Fahrweise in Venezuela ist für unsere Verhältnisse recht unorthodox
Und das ist noch ein wenig untertrieben.



Auf der Autobahn werden 3 Fahrspuren problemlos zu 6 Fahrspuren umgewandelt.

Abgesehen davon gibt es auch Wendemöglichkeiten. Dann muß man sich auf der Überholspur einordnen!!! :batsch:
Hinweise
- absolut defensiv - kreativ fahren
oder hupen und Gas geben (nur zu empfehlen für wirklich gute Autofahrer). :corräkt: Das verstehen alle, außer die Taxi-Fahrer und Hummer-Besitzer. Die haben eingebaute Vorfahrt. :cry:
- nichts im Auto zurücklassen.
Ganz wichtig!!!
- beim Parken an beliebten Plätzen (z. B. am Mercado Conejeros) bieten in der Regel Kinder oder Jugendliche an, für ein paar Bolivares aufs Auto aufzupassen. In jedem Fall zahlen - sonst ist das Auto nach dem Marktbummel nicht mehr in ursprünglichen Zustand bzw. fehlt der Inhalt.
Da täuscht das Gefühl. Wir haben die ersten Jahre immer ein paar Münzen gegeben. Eines Tages ging mir das sowas von gegen den Strich, da man das Auto ja immer an einem Parkplatz abstellt, wo die Kids sich auf diese fiese Art Geld erpressen. Also habe ich einen der ichpassaufdeinautoauf-Kids gefragt, "Warum? Kommt sonst dein kleiner Bruder und macht es kaputt?". Es ist nie etwas passiert. Hier verdient man sich meist nur leichtes Geld mit der Angst der Urlauber. Wenn ich eine Selbstbeteiligung ausgeschlossen habe, kann es mir auch egal sein, falls wirklich etwas passiert. Abgesehen davon, könnten diese Kinder gegen einen erwachsenen Dieb eh nichts ausrichten.
- im Dunkeln sollte möglichst auf Autofahrten verzichtet werden
Das bedarf einer Einschränkung. Die Dunkelheit ist nur wegen der Schlaglöcher bedeutsam. Ansonsten ist Autofahren genauso unsicher, wie am Tag.
- Tanken: Benzin ist für unsere Verhältnisse extrem günstig
Extrem günstig bedeutet: Eine Tankfüllung kostet etwa 2 Euro!!! :chaka:
Noch 2 Hinweise
1. Wir standen einmal im Parkverbot und hatten bei unserer Rückkehr einen überdimensionalen Aufkleber auf der Frontscheibe. Unmöglich damit zu fahren. Drei Polizisten standen in der Nähe. Wir hatten ein echt ungutes Gefühl und standen eine Weile ratlos dumm da. Plötzlich kam eine Ladenbesitzerin mit einem Wassereimer und einem Schwam und bedeutete uns, wir sollen den Aufkleber einfach abmachen. Wir taten es und fuhren los. Später erfuhren wir, das die Mietwagenfirma das Ticket begleichen muss. Wir wurden nie zur Kasse gebeten. :klatschen:
2. möchte ich noch auf einen Beitrag von overfield im Brasilien Forum eingehen. Der trifft auf den Straßenverkehr auf Isla M. irgendwie genauso zu. Wenn man unsicher ist, wird man automatisch zum potenziellen Opfer bzw. nimmt auf alles Rücksicht oder sollte gleich die Finger vom Mietwagen lassen. Nur wer fahrerisch in der Lage ist, sich den Gepflogenheiten der Einheimischen anzupassen, kann sich auch so verhalten.
Nimm dir Zeit ... und gib ihr einen Sinn!

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Omira« (4. Mai 2013, 16:00)