Kreuzfahrt: Balkonkabine gebucht und Suite erhalten
Das Amtsgericht Rostock entschied am 16.10.2015 mit Aktenzeichen 47 C 180/15 zugunsten einer Kreuzfahrtreisenden.
Die Frau hatte eine Balkonkabine gebucht, diese aber nicht erhalten. Stattdessen bekam Sie eine um ca. 2.400 € teurere Suite ohne Balkon mit höheren Komforteigenschaften, aber ohne Blick aufs Meer und mit Zugang zu einer kleinen Sonnenterrasse mit nicht allein nutzbaren Liegen. Sie monierte die aus ihrer Sicht wegen Seekrankheit ungeeignete Unterbringung durch den nicht vorhandenen Balkon und erhielt eine 10 prozentige Minderung auf den Reisepreis, da der Reiseveranstalter auch unter Vorbehalt der Leistungsänderung nicht zum Austausch der Kabinen berechtigt war.
"Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr."
Teurer ist für den Gast nicht immer besser. Es hat ja jeder seine individuellen Gründe, warum er z. B. bestimmte Zimmer-/ Kabinenkategorien bucht und jeder hat andere Prioritäten. Bei Seekrankheit soll es ja hilfreich sein, den Blick auf den Horizont zu konzentrieren - und den hatte die alternativ angebotene Suite nunmal nicht. Die tollste Suite mit der schönsten Sonnenterrasse bringt nix, wenn der Gast an Seekrankheit leidet und den Horizont nicht im Blick behalten kann.
Imho ist da eine Reisepreisminderung absolut berechtigt.
ok Butter an die Fische, Horizont gegen Seekrankheit, Nachts im Mondenschein, nee bei aller Liebe zum Detail.
Der Vorgang ist sehr suspekt, aber Respekt, sie hat es geschafft einen Richter in Zuspruch zu bekommen.
Bleibt immer noch die Frage offen, warum in drei Teufels Namen buche ich bei Seekrankheit eine Kreuzfahrt?
Bulimie?
Die Welt ist unser Feld, dazu muss man kein Bauer sein; könnte aber hilfreich sein.
Vielleicht dem Partner zuliebe ?
Aber das ist egal, wenn eine Balkonkabine bestätigt wurde hat eine dazusein.
Wenn ich einen Balkon für mich alleine gebucht habe , möchte ich keine Terrasse die mit fremden Menschen zu teilen ist.
Nur weil was teurer ist muss es noch lange nicht besser sein.
Ein Trinkgefäß sobald es leer, macht keine rechte Freude mehr
(Wilhelm Busch)