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Namibia / Südafrika 2017 - Teil 23

Bewertung:

Von angie, Dienstag, 2. Januar 2018, 20:32

Herrschaften und Oukies!

Heute Morgen durften wir endlich in unser geliebtes Swakopmund aufbrechen. Zu Trudi & Karl in "unsere" Ferienwohnung!



Der heutige Morgen in der Namib Desert Lodge war extrem chaotisch. Was sich die Lodge zu einem Zimmerpreis von rund 200 Euro für Dinner, Bed & Breakfast als Performance leistet, ist einfach nur als Frechheit zu bezeichnet - und für das Dune Star Camp darf man noch ein Schippchen drauflegen.

Dass die Unterkunft bereits sehr in die Jahre gekommen ist, hatte ich ja schon erwähnt. Da täuschen auch die neuen Lampen und die neuen Türen der Duschkabinen nicht hinweg. Die Duschköpfe dürften auch ruhig mal entkalkt werden. Der ganze Schmodder ist nun wirklich nicht nötig.

Die neuen Duschkabinen sind auch besonders interessant gestaltet. Es handelt sich um so einflügelige Glastüren zum aufschwenken. Leider haben die Vollpfosten, die die Dinger eingebaut haben, die Schwenkvorrichtung soweit nach rechts montiert, dass die Tür sich nur 1/3 öffnen lässt. Durch diesen Spalt passt prima ein Buschmann. Die Damen, die zum Putzen kommen, haben da schon mehr Schwierigkeiten - und deshalb kann eben auch nicht der Duschkopf entkalkt werden.

Europäische, photosynthese-intolerante Vegetarierinnen mögen da auch noch durch passen, südafrikanische Männer (hier im Volksmund Dickpans genannt) kommen da jedenfalls nicht mal mit einem Bein durch.

Das ganze Überforderungs-Drama, dass wir gestern Nachmittag schon mit Interesse beobachtet und verfolgt hatten, spitzte sich heute noch zu.

Man weiß ja auch nicht erst seit gestern, dass man 158 Gäste im Haus haben wird, dazu noch 2 Wandergruppen in verschiedenen Bush-Camps und die 9 Chalets im Dune Star Camp ebenfalls voll belegt sein werden.



Gestern Abend spielten sich schon am Buffet dramatisch Szenen ab, die einer 2-Sterne-Butze auf Mallorca würdig gewesen wären, aber jedenfalls für eine 200-Euro-Herberge einfach unmöglich sind. Völlig indiskutabel!

Es kann und darf nicht passieren, dass keine Teller mehr da sind, dass die Canapés nach 1 Stundebereits leer gefegt sind, dass alle Schüsseln erst dann ausgetauscht werden, wenn das letzte Krümelchen entnommen wurde usw. usw.

Noch schlimmer beim Frühstücksbuffet: es gibt 3 Kaffee-Vollautomaten unter die man genau 1 (in Worten eine) Tasse stellen kann - besser könnte. Denn von diesen 3 Automaten ist einer defekt, einer machte Coffein freien Kaffee und der dritte sollte für die Gäste ausreichend sein.

Zusätzlich zu den Lodgegästen wurden alle anderen Gäste: also die Wandergruppen und die Dune Star Chalets Gäste, sowie die Reiseleiter, die mangels Zimmerkapazitäten ausgelagert wurden, zum Frühstück zusätzlich noch heran gekarrt! Super!

Es gab keine Tassen mehr, es gab keine Teller mehr, es gab keine Gläser mehr... Es gab einen Toaster mit exakt 6 Schlitzen für diese ganzen Leute!

Spitze! Ganz großen Kino liebes, deutsches Management! Dafür gibt es eine glatte 6 - in Worten sechs! Job definitiv verfehlt.

Wenn ich weiß, dass ich soviele Gäste im Hause habe, dann stelle ich mich darauf ein und organisiere und disponiere etwas anders, als wenn ich nur 20 Leute im Haus habe.

Dann stelle ich nämlich ein paar Leute mit der guten, alten Thermoskanne ab, die den Kaffee, in die zuvor mit eingedeckten Kaffeetassen, ausschenken. Das kann doch wohl nicht zu schwierig sein. Auch die Anschaffung eines weiteren Toasters sollte zu realisieren sein?!

Und wenn ich weiß, dass da 158 Leute (plus X) rumtoben werden, die einen Haufen Geld für die Unterkunft gezahlt haben, dann habe ich da nicht 160, 170 oder 200 Teller stehen - nein, dann gehören da mindestens 300 Teller hin. Das ist doch keine Quantenphysik!

Und wenn ich weiß, dass da am Nachmittag soundsoviel Gäste in die einzelnen Camps bzw. in das Dune Star Camp verteilt werden müssen, dann mache ich das nicht alles gleichzeitig um 17 Uhr, damit das so richtig turbulent wird, sondern zeitversetzt.

So klappt es auch mit dem Überblick und es kommt nicht zu wilden Walkie-Talkie-Funksprüchen, die zu unserer Unterhaltung bestens beitrugen, weil nämlich alles mögliche vergessen wurde zu organisieren.

Überhaupt gehört dann auch ein Supervisor dahin, der das Ganze überwacht, damit eben auch alles mitkommt - und nicht die Hälfte vergessen wird. Und wenn ich keinen Supervisor habe, dann muss ich mich da als Manager halt selber hinstellen. Punkt!

Genauso ein Theater bei check-out: wenn ich weiß, dass da hundertundknips Gäste abreisen, dann stelle ich mal 2 Leute mehr an die Rezeption und im Notfall mich und meinen Göttergatten selber dazu. Und dann habe ich auch genug Leute parat stehen, die das Gepäck aus den Zimmer karren. Gegebenenfalls müssen die Gärtner auch mit ran!

Und es kann nicht 1 1/2 Stunden dauern bis da einer, nach der Bezahlung der Rechnung, kommt. Das Zimmermädchen stand schon bei uns auf der Matte und wollte das Zimmer neu, für die nächsten Gäste, machen. Sie konnte aber nicht, da wir da noch mit unserem ganzen Gerümpel standen.

Erst als ich an der Rezeption ein bisschen Rabatz gemacht habe, galoppierte die Rezeptionistin los und schickte flott jemanden. Statt um 9 kamen wir dann um 10.30 Uhr los!

Noch "besser" traf es die deutlich hochpreisigeren Gäste des recht neuen Dune Star Camps. Die können diese Unterkunft nämlich nur in Verbindung mit mindestens einer Nacht in der alten Unterkunft, der Namib Desert Lodge, buchen.

Entweder konnten diese Gäste sich erst einmal an einem der beiden Pools heum drücken, bis es um 17 Uhr losging. Am nächsten Morgen wurden sie zum Frühstück wieder zurück gekarrt und mussten dann wieder am Pool hocken, bis die Zimmer der Haupt-Lodge bezogen werden konnten.

Oder, als zweite Variante, die erste Nacht erfolgte im Haupthaus. Dann mussten die Zimmer um 10 geräumt werden und die Gäste durften sich danach bis um 17 Uhr ein Plätzchen am Pool suchen, bis es eben los ging.

Dass ich nicht alleine mit meiner Meinung da stand, zeigte ein Gespräch zweier Tour-Guides, die beim Frühstück zufälligerweise hinter mir standen und sich äußerst angeregt über ihre "Erlebnisse" austauschten.

In der Info-Mappe, die in jedem Zimmer bereit lag, gab es den üblichen Gästebogen zum ankreuzen. Mit dererlei Kiki habe ich mich gar nicht weiter befasst und meine ziemlich eindeutige Meinung groß über den ganzen Bogen geschrieben. Diesen gab ich dann an der Rezeption ab, zusammen mit der Aufforderung diesen unbedingt an das zuständige Managerpaar weiterzureichen.

(Unsere Buchungsagentur hier in Swakopmund hat inzwischen diesbezüglich ebenfalls schon ein entsprechendes Feedback erhalten.)

Wir hatten ja nach der letzten Reise unsere Booking-Agency gewechselt, bzw. der Windhoeker Agentur den aktuellen Auftrag im Anschluß an unsere letzte Reise wieder entzogen und nach Swakopmund, zu Namibia Click & Travel, vergeben. Die Rückmeldungen der Unterkünfte zur neuen Agentur sind allesamt sehr positiv.



Am Nachmittag trafen wir dann in Swakopmund so gegen 16 Uhr ein. Statt über Walvis Bay sind wir durch den permitpflichtigen Teil des Nationalparks gefahren. Eine schöne Strecke, auf der uns genau ein Fahrzeug begegnete. Dafür sahen wir jede Menge Bergzebras.

Am Abend hatten wir im alt-ehrwürdigen Hansa-Hotel einen Tisch reserviert. Hier wird noch die "gute, alte Zeit" zelebriert. Das Publikum ist zu 75 % deutschsprachig, entsprechend ist natürlich die Karte auch zweisprachig. First Language is German, of course! Selbst die Briten fühlten sich dort, bei leiser Pianomusik, wohl.



Eine der Spezialitäten des Hauses, die noch so richtig mit Pomp & Circumstances, zelebriert werden, ist der Colonial Coffee. Da hatte ich aber "all eyes on me"! Und anschließend einen (oder auch zwei) im Schuh....

Recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und lekker Slaap!



Angie und der Monsieur le Chauffeur

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