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Irland 2018 - Tag 11

Bewertung:

Von angie, Montag, 21. Mai 2018, 01:26

Herrschaften!

Bäh, was ist es heute uselig. Schon als wir aufstanden war der Himmel grau, das sollte sich auch den ganzen Tag nicht ändern.

Was macht man, wenn das Wetter fies ist? Richtig! Man geht ins Museum. Für so einen Mistwetter-Tag haben wir uns extra ein paar Besuchsoptionen offen gehalten, als ob wir es geahnt hätten.

Also, ging es zunächst mal wieder ins Stadtzentrum, zu den Parkplätzen an der Castle-Mauer entlang. Pah, was standen da heute Busse: Shut the front door! 16 Busse hintereinanderweg und alle Gruppen tobten durch die Stadt.

Uns zog es jedoch zu einer der weniger bekannten Attraktionen: das funkelnagelneue Medieval Mile Museum in der St. Mary´s Church (nicht zu verwechseln mit der Kathedrale).

Irlands neuestes Museum, das 6,5 Millionen Euro teure Medieval Mile Museum im Herzen von Kilkenny. Die Eröffnung 2017 in der Marienkirche aus dem 13. Jahrhundert folgte einer fünfjährigen Restaurierung. Intensive Ausgrabung brachten viele überraschende Funde hervor.

Interaktive Tische funktionieren wie riesige iPads und Besucher können Informationen von langen Plasma-TV-Bildschirmen und Bildern aufnehmen, die auf eine riesige Wand projiziert werden.

Für die fremdsprachlichen Audioguides, die an der Kasse geliehen werden können, gibt es schwarze Buttons mit 2D-Codes an vielen Stellen. Hält man den Audioguide kurz an, ertönt ein Piep und das Gerät gibt die Erklärung ab. Total up-to-date! Besucher können so das Museum in ihrem eigenen Tempo erkunden.


Das Museum erzählt die Geschichten hinter Kilkennys Mittelaltermeile und den wohlhabenden Kaufleuten, die die St. Marys Kirche bauten und besuchten und die Stadt zwischen 1200 und 1650 regierten. Die Kirche und ihr Friedhof sind voll von mittelalterlichen und Renaissance-Stil Gräber. Die Archäologen fanden insgesamt über 20.000 Gräber auf diesem gesamten Areal!

Insbesondere aus der Pest-Zeit, die auch vor den wohlhabenden Familien nicht halt machte, stammen sehr viele der hier bestatteten Toten. Es waren so viele, dass sich die damaligen Kirchgänger über den Gestank in der Kirche beschwerten. Dies veranlasste am Ende den Bischof dazu, die Gräber zu öffnen und mit Ton zu versiegeln. Jetzt wissen wir woher der Spruch "das stinkt, wie die Pest" ihren Ursprung hat.

Der Eintritt in das Museum kostet 8 Euro pro Person, die Heritage-Karte ist hier nicht gültig und auch nicht das Bimmelbahn-Ticket.

Das Museum ist auf dem allerneuesten Stand was Barrierefreiheit angeht und auch die Toiletten sind gender-neutral bezeichnet. Da sind von den 6,5 Milliönchen etliche Euros aus den entsprechenden Töpfen geflossen.

Die gender-neutralen Klos kennen "die Älteren" unter uns schon seit schlappen 20 Jahren. Bei Ally Mcbeal hießen sie in der Anwaltskanzelei allerdings noch unisex bathroom und sorgten für so manch peinliche Heiterkeit. Heutzutage ist diesbezüglich von Heiterkeit keine Spur.

Ob es auch vegan, vegetarisch und glutenfrei zugeht, konnten wir nicht heraus finden und entzieht sich von daher unserer Kenntnis. Rauchen ist jedenfalls politisch-korrekt verboten!

Nächster Programmpunkt war die Medieval Mile, der mittelalterliche Stadtkern zwischen High Street und Saint Kieran's Street. Leider verschlechterte sich das Wetter weiter und so ging es für uns durch den Rosengarten des Kilkenny Castle ratzfatz zum Parade Tower.

Dort wird während der Öffnungszeiten der Info-Film zum Castle in Dauerschleife gezeigt. Der Besuch ist kostenlos und der Zugang barrierefrei!

Das Wetter wurde nicht besser und so ging es als nächstes zum Kilkenny Design Craft Centre. Das in der mittelalterlichen Stadt Kilkenny gelegene Centre befindet sich in den ehemaligen Ställen und Kutschenremisen des historischen Kilkenny Castles und grenzt an die National Craft Gallery.


Das prestigeträchtige Design Centre bietet eine exklusive Auswahl an irischen, handgefertigten Geschenken und Kunsthandwerk zu ebenso exklusiven Preisen. Desweiteren befinden sich in dem erstaunlich großen Gebäudekomplex nicht nur diverse Lokale sondern auch ein preisgekröntes Restaurant.


Wir hatten jedoch anderes im Sinn und marschierten nur quer durch die Anlage und durch einen kleinen Archway erreichten wir den prächtigen Garten des Butler House.

Das Butler House hat seinen Namen nicht etwa von irgendeinem herrschaftlichen Angestellten oder sonstigem gewöhnlichen Personal, sondern vielmehr von der äußerst einflußreichen Familie Butler, die eng mit der Historie Irlands verflochten ist.

Es wurde von Walter Butler, dem 16. Earl of Ormonde ursprünglich für seine Frau, Lady Eleanor Butler, erbaut. Es ist ein klassisches georgianisches, dreistöckiges Haus, deren Fenster in den ummauerten Garten blicken.

James Butler, 1. Marquess of Ormonde lebte in dem Haus, während er auf dem Schloss 1831 bedeutende Rekonstruktionsarbeiten durchführte. Eine lokale Choleraepidemie im Jahre 1832 führte dazu, dass die Familie das Haus als Standort für eine Suppenküche verwendete. Das Haus wurde um diese Zeit ebenfalls wesentlich erweitert.

1989 wurde das Haus als Hotel- und Konferenzzentrum eröffnet und gehört dem Kilkenny Civic Trust. Die Gärten wurden im Jahr 2000 in ihren alten Glanz zurückversetzt und inzwischen führt auch eine Rollstuhlrampe auf die Terrasse. Der Rest des Hauses ist jedoch den historischen Räumlichkeiten entsprechend nicht barrierefrei.

Das Restaurant im Hotel Butler House bietet täglich Lunch von 12 bis 16 Uhr an. Auch den legendären englischen Afternoon Tea kann man hier einnehmen.

Wir entschieden uns für ein Light Lunch und als Nachtisch orderten wir den englischen Dessert-Klassiker "Eton Mess", der in einer überraschend modernen Variante daher kam. Sehr, sehr nett!

Nach dem Mittagessen fuhren wir über den River Nore, auf die andere Seite der Altstadt. In der Maudlin Street besuchten wir die Überreste des Magdalene Castle . Maudlin ist der gälische Name für Magdalene, weswegen nicht nur die Straße sondern der ganze Bezirk so heißt.

Der Name Maria Magdalena wurde im Mittelalter mit der Lepra, die etwa um das 10. Jahrhundert herum in Irland aufkam, assoziiert. Viele Lepra-Häuser wurden um diese Zeit Maria Magdalena gewidmet, wegen der Verbindung zwischen ihr und der Prostitution, die damals mit der Lepra in Verbindung gebracht wurde.


Das Hospital von St. Maria Magdalena in Kilkenny wurde im frühen 13. Jahrhundert eröffnet und entwickelte sich schnell zu einem der wichtigsten Lepra Häuser im mittelalterlichen Irland. Es war am Rande der Stadt und von hohen Mauern umgeben. Der Eingang wurde durch ein Torhaus gesteuert, das eher einem Wehrturm ähnelt. Es gab einst auch eine Kapelle, einen Friedhof und 50 Hektar Ackerland.

Anschließend ging es noch ganz kurz zur County Hall und zum St. John´s Priorat, letzteres hatte leider geschlossen. Inzwischen fing es wieder an zu meimeln und so retteten wir uns erst einmal in ein Café.

Dieses entpuppte sich aber als ein klassisches Fish & Chips Lokal, also der britischen Schnellimbiss-Variante, in der es nur wenige, aber dafür preiswerte Gerichte ohne viel Geschiss gibt. Den Kaffee gibt´s in einer Mug (Pott) und das Geschirr wird nach dem Essen in eine Durchreiche an der Seite, in Richtung der Spülküche, gestellt.

Der arabisch-stämmige Inhaber, nebst seinen Gästen, war ob der plötzlich auftauchenden deutschen Touristen völlig perplex und gab sein Bestes. Der Tisch wurde noch ein bisschen gerade gerückt, von der Wand abgezogen und noch einmal extra abgewischt, die Stühle ebenfalls, das Haar noch einmal zurecht gerückt und die Hände an der Schürze abgewischt.

Dann wurde eigens ein Block geholt, um die umfangreiche Bestellung von 2 Cappuccino in the Mug (so stand es auf der Karte) aufzunehmen. Jedoch bekamen wir selbstverständlich keine Mug, sondern die besten großen Tassen, die er hatte. Mit zitternden Händen wurde der Cappu serviert. Bei soviel Mühe, was macht es da schon, dass der Cappuccino sich teilweise in der Untertasse wiederfindet? Gar nix!

Anschließend ging es zurück ins Hotel, wir mussten ja schließlich noch packen, denn morgen schon geht es für uns weiter. Diesmal in die Wicklow Mountains nach Glendalough, südlich von Dublin.



Recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit!

Es grüßen

Angie, der Monsieur le Chauffeur und der Hasenbär

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