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Irland 2018 - Tag 9

Bewertung:

Von angie, Samstag, 19. Mai 2018, 00:49

Herrschaften!

Nach dem Frühstück machten wir uns auf die Socken Kilkenny zu erkunden. Doch mit dem Auto von dem Parkplatz zu kommen war gar nicht zu einfach, denn irgendeine Prominenz hat hier heute im Hotel geheiratet.

Zig Luxusschlitten standen überall rum, es gab einen roten Teppich, Blumengedöns, der Bürgermeister stand mit seiner prächtigen Amtskette in der Gegend herum, die Presse war da und machte Fotos, Leute gaben Interviews usw. usw.

Meine Güte was gibt es in Kilkenny viel zu sehen - das ist ja unglaublich und bedarf auf jeden Fall einer ziemlich guten Strategie. Also, erst einmal einen Überblick verschaffen und wie macht man das? Natürlich mit der Stadt-Tour-Bimmelbahn fahren.



Von diesen Bimmelbahnen gibt es 2 verschiedene Anbieter, beide starten vor dem Castle und haben ein identisches Angebot. Die Fahrt dauert etwa eine 1/2 Stunde und führt durch die mittelalterliche Altstadt, vorbei an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Kostenpunkt sind 8 Euro pP. Kinder kosten nur 5 Euro. Die Fahrten werden unter anderem auch in deutscher Sprache angeboten.

Achtung: nach der Fahrt die Tickets auf keinen Fall wegwerfen, denn an zahlreichen Sehenswürdigkeiten gibt es bei der Vorlage einen Discount auf den Eintritt! Und das läppert und lohnt sich.

Da wir bis zur Abfahrt um 11 Uhr noch etwas Zeit hatten, warfen wir schon mal einen Blick in den Schloßpark. Dort tummelten sich bereits zahlreiche Reisegruppen. Der Schloßpark ist mit dem Rollstuhl problemlos zu besuchen.



Insgesamt zählten wir auf den Parkplätzen an der Schloßmauer sage und schreibe 12 Reisebusse. Die meisten Gruppen kamen aus dem deutschsprachigen Raum.

Nach der Bimmelbahnfahrt widmeten wir uns wieder der Hauptsehenswürdigkeit Kilkennys: dem beeindruckenden Castel.

Die ursprünglich anglo-normannische Steinburg wurde für William Marshal, 4. Earl of Pembroke (c.1146-1219) während des ersten Jahrzehnts des dreizehnten Jahrhunderts errichtet.

Kilkenny Castle wurde später fast 600 Jahre lang die wichtigste irische Residenz der mächtigen Familie Butler. Das Butler-Eigentum begann, als James (ca. 1360-1405), 3. Earl of Ormond, das Schloss im Jahre 1391 erwarb - und endete 1967, als Arthur, 6. Marquess of Ormonde (1893-1971), es dem Staat gegen eine symbolische Zahlung von £ 50 vermachte.

Die Schloßbesichtigung kostet aktuell 8 Euro Eintritt, wird aber durch die Heritage-Card abgedeckt. Es gibt natürlich eine kostenlose App, die als Audio-Führer durch das Castle führt - oder man schleicht diskret einfach irgendeiner der zig Gruppen hinterher.

Wichtig: das Castle ist nicht rollstuhltauglich, verfügt aber schwachsinnigerweise über eine Behindertentoilette in der 1. Etage! Der Tea-Room befindet sich in der ehemaligen Schloßküche und ist ebenfalls nur über zahlreiche Treppen zu erreichen.

Direkt links neben dem Haupttor gibt es im sogenannten Medieval Room eine Video-Präsentation in englischer Sprache, die gute 10 Minuten dauert. Die Präsentation ist ebenso wie der Park kostenlos und mit einer Rampe rollstuhlgerecht gestaltet.

Für die Mittagspause hatten wir uns die Terrasse des River Court Hotels, direkt am River Nore mit Blick auf das Castle, bereits zu Hause ausgeguckt. Durch das wunderbare Wetter war es dort natürlich rappelvoll und die Leute standen nahezu Schlange, um noch ein Plätzchen zu ergattern. Gute Vorbereitung ist halt schon die "halbe Miete".



Nächster Punkt unseres Besichtigungs-Marathons: die St. Canices Catholic Church in der Dean Street. Diese freistehende Kirche im gotischen Stil wurde zwischen 1824 und 1827 erbaut. Die Renovierung erfolgte 1965 mit dem Umbau der Inneneinrichtung.

Achtung: Durch eine Rampe ist der Zugang auch für Rollstuhlfahrer möglich!

Der Eintritt ist frei!

Praktischerweise gibt es hier drum herum ausreichend Parkplätze, auch mit einigen Behindertenparkplätzen und sogar eigenen Seniorenparkplätzen (sehr fortschrittlich!). Das Parkticket kostet auf diesem Parkplatz schlappe 2 Euro pro Tag! Nach 19 Uhr ist das Parken sogar frei.

Von hier aus ging es bergauf, die Straße hoch zu der St Canice's Cathedral , der zweitgrößten Kathedrale Irlands. Durch den benachbarten Rundturm, der hoch über Kilkenny hinaus ragt, kann man sie überhaupt nicht verfehlen und bietet eine gute Orientierungsmöglichkeit.

Der Rundturm ist das älteste erhaltene Gebäude in Kilkenny. Touristen können den Round Tower erklimmen und dabei bei gutem Wetter tolle Ausblicke auf die Stadt genießen. Der runde Turm von St. Canice ist einer von nur zwei Rundtürmen, die man in Irland besteigen kann.

Eine feste eiserne Leiter führt heute hoch zur Eingangstür. Früher war es eine einfache Holzleiter, die bei Gefahr eingezogen wurde. Im Inneren führen fest installierte Holzleitern zum jeweils nächsten Stockwerk, bis zur Aussichtsplattform. Die Besichtigung sollte eine gewisse Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Kondition voraussetzen.

In der St. Canice's Cathedral hat der Gottesdienst Vorrang vor allen anderen Aktivitäten. Dieses Juwel der gotischen Architektur wird aber auch für nationale Konzerte und Veranstaltungen genutzt.



Ob man nun als Pilger oder einfacher Tourist St. Canice's besucht, man kann sich der Spiritualität einfach nicht entziehen. Besonders beeindruckt haben uns die Eremitinnen, die sich hier damals lebendig einmauern ließen - gruselig!

Und schon damals war man auf Inklusion bedacht! Jawoll! Für die Aussätzigen gab es nämlich an einem der Querschiffe, in Bodennähe, ein kleines Fenster, damit sie von außen dem Gottesdienst beiwohnen konnten. Däh!


Eintrittspreise: Kathedrale 4,50 Euro, Rundturm 4 Euro, Kombiticket 7 Euro

An der Kasse gibt es Informationsblätter in zahlreichen Sprachen, die den Besuchern an die Hand gegeben werden. Natürlich kann man auch Devotionalen und anderen Kram erwerben.

Die Kathedrale ist rollstuhlgerecht nachgerüstet worden!

Achtung: hier greift auch der Discount von dem Bimmelbahnticket - von daher unbedingt an der Kasse darauf hinweisen!

Nach soviel Religiösität mussten wir uns nun einfach den weltlichen Dingen zuwenden - das hält ja sonst keiner aus! Also ging es von dort schnurstracks zur weltbekannten Smithwick´s Brauerei.

1710 von Mönchen gegründet, wurde die Produktion 1965 in die Hände der Guiness-Brauerei in Dublin übergeben. Der Name des Bieres ist jedoch geblieben.

Smithwicks Experience Kilkenny wurde im Juli 2014 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Große, rote Tore begrüßen einen vor einem kleinen Innenhof, der wiederum zum Empfangsraum führt und die Besucher werden auf eine interaktive Reise durch mehr als 300 Jahre Geschichte begleitet.

Alle Touren werden von Tourguide begleitet und kostenlose Audioguides stehen auf Französisch, Deutsch, Spanisch und Italienisch zur Verfügung, denn nicht jeder Besucher spricht ausreichend Englisch um den Erläuterungen folgen zu können.




Die Tour dauert etwa 1 Stunde und endet natürlich mit einer Verkostung an der Bar. Vor dem Ausgang darf man noch den unvermeidlichen Souvenir-Shop durchqueren.

Die Tour ist komplett Rollstuhl tauglich!

Kosten: 14 Euro mit einem Pint nach Wahl, 17 Euro mit 3 verschiedenen Half-Pints

Achtung: hier greift ebenfalls der Discount von dem Bimmelbahnticket - von daher unbedingt an der Kasse darauf hinweisen!

Inzwischen war es fast 19 Uhr und unser Parkticket war nahezu abgelaufen und von daher ging es zurück zum Hotel. Irgendwie war uns jetzt nach Bad und Dusche. Zum Glück ist das Badezimmer entsprechend ausgestattet und der Monsieur le Chauffeur warf sich in ein üppiges Schaumbad, während ich die Dusche vorzog.

Mal sehen, was wir noch mit dem Bimmelbahn-Ticket und der Heritage-Card abklappern werden....


Recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit!

Es grüßen

Angie, der Monsieur le Chauffeur und der Hasenbär

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