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Namibia / Südafrika 2017 - Teil 13

Bewertung:

Von angie, Sonntag, 24. Dezember 2017, 10:29

Herrschaften und Oukies!

Heute Morgen checkten wir aus dem Protea Hotel wieder aus. Doch bevor wir die Stadt Kimberley verließen, fuhren wir noch einmal zur Caltex Tankstelle, um den Reifendruck zu überprüfen, denn heute hatten wir die längste Strecke dieser Reise, mit rund 520 Kilometern, vor der Brust. Da es eine reine Asphaltstrecke war, musste wieder etwas Luft drauf. Das geht natürlich an der Tanke einfacher, als wenn der Monsieur le Chauffeur da mit Kompressor usw. rumhampelt.

Erstaunlicherweise ist an der Tankstelle ein reines Frauenteam im Einsatz. Nicht nur in der Kasse und im Shop, wie so oft üblich, nein, auch die Tankwarte und die Mechaniker, alles Frauen. Überhaupt ist uns aufgefallen, dass überdurchschnittlich viele Frauen angestellt sind. Auch bei uns im Hotel, in den Restaurants oder auch bei de Beers. Geschätzt würde ich jetzt mal so 75 % sagen.

Es ist einfach so, dass die Kerle wichtigere Dinge zu tun haben: unter dem Baum sitzen, die furchtbar schwere Verantwortung tragen und natürlich saufen. Wenn man hier etwas auf dem afrikanischen Kontinent verändern und voran bringen will, dann wird es nur über die Frauen klappen.

Eine der Damen an der Tanke machte den Monsieur le Chauffeur dann darauf aufmerksam, dass sich bei uns im Auto eine Schlange befindet. Das wusste der natürlich schon, denn die haben wir schließlich selbst mitgebracht.
Es ist selbstverständlich keine echte Schlange, sondern eine Gummischlange: eine schicke Korallenschlange, die schön auffallend auf dem schwarzem Amaturenbrett liegt. Eine schwarze Gummimamba wäre jetzt in etwa so wirkungsvoll, wie weißer Adler auf weißem Grund.

Wofür wir eine alberne Gummischlange im Auto haben? Als Sicherheitsmaßnahme. Die Afrikaner fürchten sich nämlich vor jeder Art Schlange - und wenn man das Gummiteil ein wenig lebensecht dahin drapiert....

Raus aus Kimberley und dann immer Richtung Upington. Interessant finden wir auch die vielen Starenkästen. Wo immer sich Stromleitungen längs der Straße finden, da sind oben dran zu Hauf Starenkästen montiert. Gut, der Starenkasten heißt Starenkasten, weil der Siedlerwebervogel den super als Nisthilfe findet und die Geräte gleich mal in sein Mehrfamilienhaus integriert. Auch als Webervogel muß man schließlich auf dem neuesten Stand der Technik sein!




Interessant gestaltete sich für uns die Suche nach einem ATM (Geldautomat). Irgendwie hatten wir es in Kimberley nicht auf dem Schirm und so versuchten wir es unterwegs. Was wir natürlich nicht bedacht hatten, war, dass heute Freitag ist. Und Freitag wird das Geld ausgezahlt. Das bedeutet die Geldautomaten sind leergezogen, die Drankwinkel (Bottle Stores) sind leergekauft und die Leute sind dafür voll.

Alkohol gibt es nur bis Samstag Mittag zu kaufen. Das ist im gesamten südafrikanischen Raum so. Sonst würde am Montag keiner zur Arbeit erscheinen. Und weil ja am kommenden Montag auch noch Feiertag ist und es an Feiertagen ebenfalls offiziell keinen Sprit zu kaufen gibt, da wurde sich heute natürlich entsprechend eingedeckt.

Jeder Drankwinkel in jedem Kaff war voll. Nicht nur voll, sondern voll voll. Die Menschen kamen von nah & fern und schleppten, was sie tragen konnten. Männer, Frauen & Kinder. Vor einer Spelunke saßen zwei Arbeiter auf ihren Pferden und ließen sich volllaufen. Hier und da lagerten schon die ersten Betrunkenen, während sich vor dem ATMs noch immer lange Schlangen bildeten.

Fündig wurden wir dann vor einem Agro Markt, einem Landhandel für Farmer. Dort konnte der Monsieur le Chauffeur dann endlich Geld abheben.

In Kakamas kehrten wir zur Kaffeezeit im "Die Pienke Padstall" ein. Das ist ein legendärer Laden mit viel Schrummel, viel Selbstgemachtem, einem Café im Garten - und das Ganze in Pink. Pink, Pink, Pink so weit das Auge reicht. Als Platzdeckchen gibt es alte Vinyl-Langspielplatten mit afrikaansen Gassenhauern aus alten Tagen. Was für eine witzige Idee! Die Bedienung bot an für uns zu tanzen, sofern der Monsieur le Chauffeur den Titel der Scheibe singen würde.

Von hier war es nur noch eine 3/4 Stunde zu unserem heutigen Ziel, den Augrabies Falls. Das sind die Wasserfälle des Oranje bzw. Orange Rivers, der mit weit über 2.000 Kilometern zu einem der längsten Flüsse Afrikas gehört.

Mit Interesse haben wir auch registriert, dass am Oranje, dort wo die ganzen Traubenbarone angesiedelt sind - Grapes, Grapes, Grapes so weit das Auge reicht - ein gewisser Wohlstand herrscht. Die Siedlungen vor den Ortschaften sind nicht im Ansatz so armselig wie beispielsweise in Kuruman oder Kimberley. Upington fanden wir sogar ausgesprochen nett!

Der Nationalpark rund um die Augrabies Wasserfälle liegt 120 Kilometer westlich von Upington, dem Versorgungszentrum der Region. Dort, ganz oben im Nordwesten von Südafrika, findet man ausgedehnte Felder, auf denen hauptsächlich Früchte und Wein angebaut werden. Bewässert wird die intensive Landwirtschaft mit dem Wasser des Oranje.

Von Upington aus folgt man der N14 und biegt dann nach rechts ab, die 35 Kilometer lange Strecke bis zum Parkeingang ist von der Hauptstraße aus gut beschildert. Der Augrabies Falls National Park ist ein beliebter Zwischenstopp für alle, die vom Kgalagadi Transfrontier Park in Richtung Westen zur Küste reisen oder nach Namibia.

Mit den ganzen Gütern hier, die Wein oder Rosinen und Tafeltrauben produzieren, muß man sich auf einer gesonderten Reise beschäftigen. Das ist so vielfältig, das kann man nicht mal eben im vorbei fahren machen.

Kurz nach 17 Uhr sind wir dann auch nach 7 1/2 Stunden hier im Nationalpark Augrabies Falls eingetroffen. Das ganze Restcamp gehört wieder zu SAN Parks und ist natürlich (wie könnte es auch anders sein?) staatlich. Der Monsieur le Chauffeur steht gerade unter der Dusche und flucht irgend etwas von staatlich bleibt staatlich. Es ist einfach so, diese Unterkünfte haben den Charme einer FDJ-Jugendherberge zu DDR-Zeiten.



Bei Ankunft meldet man sich an der großen Rezeption im Hauptgebäude an. Check-in ist ab 14.00 Uhr und Check-out bis 10.00 Uhr, Camper dürfen sich 1 Stunde länger für die Abreise Zeit lassen. Rund um das Campzentrum befinden sich auch das Restaurant mit Außenterrasse, eine Bar und ein angeschlossener Shop mit Souvenirs und einer einigermaßen ordentlichen Auswahl an Lebensmitteln für die Selbstversorger.

Es gibt auch eine kleine Tankstelle, Konferenzmöglichkeiten und natürlich einen Campingplatz innerhalb der Anlage. Dazu gibt es mehrere Pools, sowie einen gesonderten Bereich für Day-Visitors.

Im Restaurant gibt es ein à la carte Menü am Abend von 18:00 - 21:00 Uhr. Zum Dinner muß man sich jedoch rechtzeitig zwingend anmelden. Das Personal ist freundlich bemüht, das Ambiente entsprechend rustikal.

Die Hauptattraktion, der große Wasserfall, wird am Abend zwischen 20 und 22 Uhr angestrahlt. Der Weg zum Main-Viewpoint, über die Holzstege, ist dann ebenfalls beleuchtet. Trotzdem empfiehlt es sich eine eigene, leistungsstarke Taschenlampe mitzuführen, da nicht alle Lampen in funktionstüchtigem Zustand sind.

Nach Einbruch der Dunkelheit dreht Wachpersonal seine Runden durch das Rastlager.

Recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und lekker Slap!

Angie & der Monsieur le Chauffeur

Dieser Artikel wurde bereits 1 428 mal gelesen.


Kommentare (1)

  • 1

    Von Fitschi (Dienstag, 26. Dezember 2017, 12:32)

    Ist das eine Art Freizeitbeschäftigung ? Sich am WE vollaufen lassen ?
    Erinnert mich an „Dorfleben“ vor 50 Jahren.
    Mann geht Sonntagmorgen zum Frühschoppen währenddessen Frau brav kocht .Mann kommt Mittags leicht bedüdelt heim .....oder auch nicht :kuller:

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