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Fitschi

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Montag, 15. Februar 2010, 22:19

Ein Tag der Nilkreuzfahrt

Um 6 Uhr 45 ist Tagwache, um 7 Uhr 45 Abfahrt, trödeln ist also nicht erlaubt.
Das Schiff liegt in Edfu vor Anker,


natürlich gut bewacht, es geht zum Tempel des Sonnengottes Horus.
Eigentlich sollten wir mit der Kutsche zum Tempel fahren der Zustand der Pferde ist allerdings nicht sehr gut, deshalb ist auch niemand traurig weil nun doch ein Bus auf uns wartet.


Durch den Markt geht´s Richtung Tempel.
Schon vom weitem sieht man die Ruinen der antiken Stadt, welche mit einfachen Mitteln vor dem totalen Verfall geschützt werden


gleich dahinter steht die gut erhaltene Tempelanlage.



Der Eingang zum Haupttempel wird von zwei Falken bewacht.

Am Ende des Säulenganges ist die Kammer mit der heilige Barke damit besuchte Horus einmal im Jahr seine Frau Hathor



Das Dach des Tempels ist vollständig erhalten, ebenso viele der Nebenkammern



hinter jedem Durchgang wartet , sobald man den Fotoapparat zückt, stellt er sich ins Bild und hält die Hand auf, bei mir hat er Pech gehabt, ich hatte nichts mit.

Nach der Besichtigung geht´s zurück zum Schiff, wer will, kann eine Schiffsführung machen, ich sitze lieber am Deck und kühle meine Innereien mit kaltem Bier.
Das Schiff legt ab Richtung Kom Ombo. Wir sitzen noch immer an Deck und geniessen die Landschaft.



Gegen 16 Uhr 30 erreichen wir Kom Ombo,

auf der rechten Nilseite nähert sich der Sonnengott Horus bereits der Wasserlinie,


aber der Krokodilgott Sobek freut sich noch auf Gäste..auf uns.
Also stürmen wir den Tempel, dazu sind wir schliesslich hergekommen.





und dann wird´s spektakulär..die Sonne geht unter und alle schauen


nun wird es rasch finster, aber wir setzten unsere Besichtigung fort, schliesslich gibt es auch in Ägypten elektrischen Licht.



Aber irgendwann tun die Füße weh und der Durst wird immer größer, wir verlassen die alten Steine und wenden uns wieder der Gegenwart zu.
Wir suchen eine gastliche Stätte, wo man zu trinken bekommt, unterhalb des Tempels ist ein kleiner Markt mit Coffeeshops..da wollen wir nun hin.


aber draussen sitzen wollen wir nicht, wir lieben die Abgeschiedenheit


die Musiker auch, denn sie folgen uns sofort


..den Rest dürft Ihr Euch denken.

Nachdem der KAFFEE ausgetrunken war, hieß es wieder Abschied nehmen..das Schiff wartet..also wieder durch den Markt


(alle Waren mit 100 Jahren Garantie, mindestens) und zum Schiff, eingestiegen, abgefahren.


Noch mal Glück gehabt..
Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Heinrich Heine

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »Omira« (22. März 2013, 21:25)


arkadas

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Sonntag, 21. Februar 2010, 10:22

Einfach toll, vielen Dank :TOP: - so ein Fahrt steht als nächstes auf meiner Liste.
Ägypten ich komme: vom 16.03. - bis 03.04.2017 .... :yippie:

elke

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3

Sonntag, 21. Februar 2010, 10:47

Klingt toll, auch die Bilder sind beeindruckend. Für den Herbst liegäugeln wir auch mit so einer Reise.

summerdream

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4

Sonntag, 21. Februar 2010, 13:47

Tolle Beschreibung.
Ich bin in meinen Urlaubserinnerungen geschwelgt. War ein wirklich toller Urlaub. :thumbsup:

Gestern lief in der ARD im Nachtprogramm "Tod auf dem Nil". Hab den Film immer schon gut gefunden aber seit der Nilreise ist er noch interessanter.
Wer bis ans Ende der Welt fahren muss um Neues zu entdecken sieht nicht richtig hin.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »summerdream« (21. Februar 2010, 13:49)


Fitschi

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Dienstag, 2. März 2010, 16:12

Tag 1 auf dem Nil

Um 6.30 ist Weckruf und gleichzeitig Frühstücksbeginn, um 7.30 geht es los, wir haben heute einiges vor. Mit Bussen fahren wir ca. 2,5 km nach Karnak, dort befinden sich die gleichnamigen Tempel, vermutlich die größte Tempelanlage Ägyptens.
Vor den Tempeln und auch in der Anlage sieht man Reste der Widderallee, die früher die Karnaktempel mit dem Luxortempel verbunden hat.





Die riesigen Säulen sind schon sehr beeindruckend vor allem wenn man bedenkt, welche Werkzeuge den Erbauern zur Verfügung standen.



Er hat uns weniger begeistert, es gab nur wenige Säulen hinter denen der gute Mann nicht auf Almosen gewartet hat.

Aber schliesslich hat er andere Spender gefunden und wir setzten unsere Besichtigung fort.



Wir kommen zum "heiligen See", dort kann man den Oberteil des Obelisken der Hatchepsut liegen sehen.



Die Sonne meint es gut mit uns, wir verlassen das Gelände und versuchen ein kühles Getränk aufzutreiben.
Vor den Tempeln an verstaubten Läden werden wir auch fündig, während wir auf den Rest der Truppe warten, bewundern wir die fortschrittlichen Arbeitsmethoden.



Weiter geht es zu einer Papyruserzeugung, natürlich mit angeschlossenem Verkaufsraum.
Die Stängel werden zurechtgestutzt, in Streifen geschnitten, platt gewalzt, verflochten, getrocknet, bemalt und ..verkauft, fotografieren der Kunstwerke ist allerdings verboten.



Damit ist unser Vormittagspensum erledigt, es geht zurück zum Schiff, das Mittagessen steht schon für uns bereit.
Wir haben 3 Stunden Freizeit, 1 Stunde vor dem nächsten Ausflug gibt es Kaffee und Kuchen, wir ernähren uns lieber flüssig.
Frisch gestärkt machen wir uns auf den Weg zum Luxortempel. Vor dem Tempeleingang die Widderallee, gut bewacht, wie man unschwer erkennen kann.



Unter den strengen Augen Ramses II betreten wir das Gelände und beginnen mit der Besichtigung.







Nach ca. 2 Stunden müssen wir zum Schiff zurück, es ist Zeit Luxor den Rücken zu kehren, das Schiff legt ab, die nächste Station ist Edfu.
Am Oberdeck, mit kühlen Getränken versorgt, lassen wir die Landschaft an uns vorbeiziehen.



Bei Einbruch der Dämmerung erreichen wir Esna, wärend wir an der Schleuse warten, kommen von überall Ruderboote und ein reger Handel beginnt. Geboten werden Kleidungstücke, Tücher und Teppiche, alles mit 100 Jahren Garantie und "very cheap, yes Sir". Die Händler werfen die Teile einfach auf´s Schiff, im Vertrauen, dass der ausgehandelte Preis auch bezahlt wird.





Als wir endlich durch die Schleuse dürfen, wird es auch bereits dunkel, wir sehen noch zu wie der Mond auf und die Sonne untergeht.



Damit ist unser Tagespensum erfüllt.
Abendessen, noch ein Drink an der Bar..das war´s. :Heia:
Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Heinrich Heine

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Omira« (22. März 2013, 21:31)


6

Dienstag, 2. März 2010, 17:32

Klasse, Fitschi :TOP:

wie Schade, dass ich immer Seekrank werde :sadangel:
Wahre Worte sind nicht immer schön - aber schöne Worte auch nicht immer wahr.
Unbekannt

Fitschi

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7

Dienstag, 2. März 2010, 17:34

Am Nil wirst Du nicht Seekrank, es gibt kaum Wellengang. Noch dazu fährt das Schiff meistens in der Nacht wenn kleine Zwerge schlafen :kuller:
Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Heinrich Heine

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Fitschi« (2. März 2010, 17:41)


8

Dienstag, 2. März 2010, 17:38

:wacko: Leider werd ich auf jedem Schiff, ohne mein Reisegold, seekrank. Frag ned warum, ich versteh's auch ned. Egal wie ruhig das Wasser ist. :ratlos:
Wahre Worte sind nicht immer schön - aber schöne Worte auch nicht immer wahr.
Unbekannt

Fitschi

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9

Donnerstag, 4. März 2010, 13:43

Tag 3 der Nilkreuzfahrt

Pünktlich um 6 Uhr läutet das Telefon, der Weckruf, schnell raus aus den Federn. In einer Stunde ist Abfahrt, allzuviel Zeit bleibt also nicht. Irgendwann in der Nacht haben wir in Assuan angelegt. Auf der Straße ist schon einiges los. Wir entern die Busse und los geht´s.



Unser Ziel ist der Assuan Hochdamm, ca, 13 km flußaufwärts , der mehr als 3800 Meter lange Damm staut den Nil oberhalb Assuans zum etwa 500 km langen und zwischen 5 und 35 km breiten Nassersee.Zuerst kommen wir an der Alten, aus Granitsteinen erbauten Staumauer vorbei.





Nach weiteren 6 Kilometern erreichen wir den Hochdamm, auf einigen Schautafeln ist die Konstruktion dargestellt, von dem Aussichtspunkt sieht man einen Teil des Kraftwerkes, das Denkmal zu Ehren der Sowjetunion und natürlich des Nassersee. Ok, einmal gesehen ..reicht.





Wir fahren zurück über den alten Damm, um mit einem Boot zur Insel Aglikia überzusetzen.





Darauf befindet sich heute der Philaetempel, welcher der Göttin Isis gewidmet war, früher stand der Tempel auf der Insel Philae, bei Errichtung des alten Dammes stand er schon zeitweise unter Wasser, beim Bau des Hochdammes wurde der Tempel auf die Insel Aglikia versetzt. Leider sind wir nicht die ersten dort, aber das Areal ist groß, es ist Platz für alle.







und nun ratet mal warum ER hier steht, argwöhnisch von einem Spatzen beobachtet???

Ich habe außer meiner Kamera nichts mit..Pech gehabt!

Nach der Besichtigung gehts wieder Richtung Festland, einmal um die Insel herum und zurück zum Hafen





dort angekommen müssen wir wieder durch die Ladenstraße in der wir schon am Morgen nichts gekauft haben, obwohl alle Sachen seeeehr billig sind und 100 Jahre Garantie haben, wir kaufen wieder nichts, manche schauen ganz böse, aber wir bleiben hart.



Wo waren wir noch nicht, ach ja, in der Glasbläserei, also nichts wie hin, drinnen ist es ziemlich heiss, kein Wunder, hier wird auch kräftig eingeheizt.



Unser Vormittagsprogramm ist noch nicht beendet, weiter geht es zum „Unvollendeten Obelisken“ knapp vorher ist ein Friedhof


man sieht viele Frauen an den Gräbern, vielleicht weil heute Sonntag ist?
Es ist ca. 11 Uhr, der Planet brennt vom Himmel, aber wir sind für den Obelisken bereit.
Unverdrossen erklimmen wir den Hügel, der Einigen unserer Gruppe, wie ein Berg erscheint



nun ratet mal was ER da will?? Nein, nicht in´s Bild hüpfen und Trinkgeld dafür erwarten, er will einen der Steine verkaufen, allerdings nicht, wenn ein Wachmann in der Nähe ist. Gut, Obelisken gesehen, runter vom Hügel, ein schattiges Plätzchen und was zu Trinken suchen.



Schnell zurück auf´s Schiff, unsere Freizeit ist heute knapp bemessen, grade mal 1.5 Std. inklusive Mittagessen und schon müssen wir wieder los. Am Pier wartet eine Felluke, die uns zur Kitchener Insel bringen soll, dem botanischen Garten von Assuan. Nachdem die Boote entwirrt sind, legen wir ab.



Nach kurzer Fahrt erreichen wir die grüne Insel, im Hintergrund droht jedoch bereits die Wüste. Der Garten ist auch ein beliebtes Ausflugsziel der Ägypter, es gibt mehrere Cafehäuser und einen kleinen Basar.



Aber noch ist unser Programm nicht beendet, nach 1 Stunde legen wir wieder ab, das nächste Ziel ist ein nubisches Dorf, unterwegs bekommen wir Besuch, Kinder spielen im Wasser, ein Junge lässt sich ein Stück mitziehen, singt uns ein Lied vor und erhält natürlich Gage dafür...., sehr Geschäftstüchtig die kleinen Kerle.



Festland in Sicht, ein Teil der Passagiere steigt auf Kamele um und reitet ins Dorf, wir fahren lieber mit dem Boot weiter, so ein Wüstenschiff riecht nicht nach Chanel 5.



Wir werden in ein typisch nubisches Haus geführt, neben dem Eingang stehen mumifizierte Krokodile, der Besitzer zeigt uns sein Haus, durch die Besichtigungen und den Verkauf von Handarbeiten haben die Leute, ein für ägyptische Verhältnisse, gutes Einkommen (sagt die Reiseleiterin), wir werden mit Hibiskustee bewirtet, der Hausherr zeigt kleine Krokodile, einige Touristen nutzen die Chance die Tierchen zu betatschen.







Bei der Rückfahrt geht bereits die Sonne unter, der Totenberg hat sich in Lichter gehüllt.



Ein ereignissreicher Tag ist zu Ende, fast, jetzt stürmen wir noch das Bufett und dann auf´s Oberdeck...endlich eine Flasche kühles Blondes ( Fassbier ist seit gestern aus).
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Heinrich Heine

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