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Master Amigo

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201

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 14:47

@revealmap

Die Gewerkschaften haben doch im air berlin Szenario nur politische Appelle abgelassen, ohne wirklich etwas zu bewegen. Als air berlin Mitarbeiter hätte ich die Frage gestellt, was denn bitte meine Gewerkschaft für mich getan hat. Eigentlich nichts !

202

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 16:28

Die Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken über das Gelesene :denk:

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203

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 17:37

@Aramis

Jede Insolvenz hinterlässt Spuren, negative Folgen und Menschen mit ganz viel Frust und Existenzängsten. Und ja Lufthansa agiert natürlich im hohen eigenen Interesse. Im Fall air berlin stellte sich allerdings die Frage, wie die Alternativen ausgesehen hätten ?

* Unter das Dach von Ryanair zu schlupfen ? Für air berlin Mitarbeiter fast unvorstellbar.

* Als German-Tochter von Etihad, im Bett mit der maroden und kranken Allitalia ?

* Zersplittert und zerlegt auf diverse Airlines wie Condor, TUIfly etc., die sich nur die Filetstücke ausgesucht hätten ?

* Als Beute bei einer Investoren-Gruppe aus China ?

* Als erneutes Airline-Abenteuer (sorry) des Unternehmers Wöhrl ?

Die "Übernahme" durch die LH Group ist für die air berlin Mitarbeiter nicht das optimale. Leider gibt in diesem Szenario kein Optimum, aber (siehe oben) diverse andere Varianten, die mit hoher Wahrscheinlichkeit für die Mitarbeiter die schlechtere Lösung gewesen wäre.

204

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 23:51

Blick in die Zukunft

AB6210 am 27.10.2017 wird der letzte Flug der airberlin unter AB-Flugnummer.
Start ist um 21:35 in München mit Ankunft Berlin-Tegel um 22:45
„I'd agree with you. But then we'd both be wrong.“
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205

Freitag, 13. Oktober 2017, 08:31

@Aramis

Im Fall air berlin stellte sich allerdings die Frage, wie die Alternativen ausgesehen hätten ?

[



Alternativen waren von Anfang an NICHT erwünscht und es war kurzfristig sicherlich die beste Lösung, auf die Lufthansa und Regierung ja auch lange Zeit hin gearbeitet haben !

Was mich lediglich stört:

http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-10/in…t-billigflieger

Beide Protagonisten sollten bei dem abgekarterten Spiel bitte nicht so scheinheilig tun, als ob es um die armen Urlauber, oder um die Angestellten geht.
Genau die, um die es angeblich geht, sind unterm Strich die Dummen :pfft:
Früher hat man solche Deals noch im stillen Kämmerchen abgewickelt, während man es heute ungeniert "frei Schnautze" tut.
Die Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken über das Gelesene :denk:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Aramis« (13. Oktober 2017, 08:33)


206

Freitag, 13. Oktober 2017, 09:56

PS

In Pfullendorf sitzt mit Alno einer der Weltgrößten Küchenmöbelherstellern mit über 2000 Mitarbeitern.
Diese Firma steckt ebenfalls seit diesem Jahr in der Insolvenz und ich habe kein Wort, oder aktives Handeln wie bei Air Berlin,
aus der Politik vernommen.
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207

Freitag, 13. Oktober 2017, 10:04

@Aramis

Selbst wenn Alternativen nicht gewünscht waren, so wäre keine der von mir aufgezeigten "Alternativen" für die AB-Mitarbeiter eine bessere Lösung gewesen. Eher das Gegenteil hätte sich ergeben.

Witzig finde ich jetzt, wie man einer Lufthansa Vorwürfe macht, sie würden die Bedürfnisse der AB-Mitarbeiter ignorieren. Dem eigentlichen Verursacher dieser Insolvenz - der Führung von air berlin - macht jetzt keiner mehr einen Vorwurf. Dabei war es air berlin, die mit ihrer über Jahre erfolglosen (auf jeder Hochzeit tanzen) Strategie, die Airline vor die Wand gefahren hat.

Warten wir mal ab, bis die nächste große Pleite Deutschland trifft. Ich spreche mal die Prognose aus, dass innerhalb der nächsten 3 Jahre der Kaufhof (21.000 Mitarbeiter) voll vor die Wand fährt. HBC wird den heitigen Kaufhof nicht mehr aus der Krise retten. Aber das ist ein anderes Thema.

208

Freitag, 13. Oktober 2017, 10:04

Tagtäglich gehen Firmen in Deutschland in Insolvenz und stecken in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Würde der Staat dort auch eingreifen wollen wäre es einfacher gleich den Sozialismus auszurufen.

Im übrigen steckt Alno bereits seit 1995 in Schwierigkeiten und bei der aktuellen Insolvenz ist die Rede von Täuschung und Betrug in Richtung des Hauptgesellschafters. Der Vergleich mit der AirBerlin-Insolvenz hinkt gewaltig.

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209

Freitag, 13. Oktober 2017, 10:09

PS

In Pfullendorf sitzt mit Alno einer der Weltgrößten Küchenmöbelherstellern mit über 2000 Mitarbeitern.
Diese Firma steckt ebenfalls seit diesem Jahr in der Insolvenz und ich habe kein Wort, oder aktives Handeln wie bei Air Berlin,
aus der Politik vernommen.
Nee, warum auch. Ist immer eine Frage der Dimension und der Chancen. Ein Alno ist nicht mehr zu retten. Hätte man dem Unternehmen eine finanzielle Spritze gegeben, hätte sich die Insolvenz nur um einige Monate verzögert. Für Alno zeigt auch niemand Interesse, warum auch. Der Markt hat sich verändert. Das sieht im Segment der Verkehrs-Fliegerei völlig anders aus.


210

Freitag, 13. Oktober 2017, 10:16

Der Kredit diente ja der Ausdehnung auf die Zeitspanne, die für eine relativ geregelte Verkaufslösung erforderlich war. Andererseits hat man die Rück-Versicherungswirtschaft bzw. Reiseveranstalter, die bei einem Grounding am 15.08. für einen Teil der Flüge (Pauschalreisen) hätte aufkommen müssen, deutlich geschont.
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »cuate« (13. Oktober 2017, 10:41)


211

Freitag, 13. Oktober 2017, 10:46

Tagtäglich gehen Firmen in Deutschland in Insolvenz und stecken in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Würde der Staat dort auch eingreifen wollen wäre es einfacher gleich den Sozialismus auszurufen.

.


Warum hat man es bei AB gemacht ?


Im übrigen steckt Alno bereits seit 1995 in Schwierigkeiten und bei der aktuellen Insolvenz ist die Rede von Täuschung und Betrug in Richtung des Hauptgesellschafters. Der Vergleich mit der AirBerlin-Insolvenz hinkt gewaltig..


Im übrigen schreibt Air Berlin mit einer Ausnahme seit 2008 rote Zahlen

Dein Vergleich hinkt gewaltig :pfft:
Die Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken über das Gelesene :denk:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Aramis« (13. Oktober 2017, 10:47)


212

Freitag, 13. Oktober 2017, 11:09

Der Überbrückungskredit wurde gewährt um den Flugbetrieb von AirBerlin in der Sommerurlaubssaison aufrechtzuerhalten. Damit wurde vermieden dass tausende von Urlaubern im Ausland "gestrandet" sind. Jede/r Amig* mag nun selbst entscheiden ob dieser Fall mit der Insolvenz eines Küchenherstellers vergleichbar ist.

213

Freitag, 13. Oktober 2017, 11:20

Wenn es nur um die gestrandeten Urlauber gegangen wäre, das hätte man meiner Ansicht nach schon durchgezogen. Aber es standen Bundestagswahlen ins Haus und ein Grounding hätte zudem allen Fluganbietern in Deutschland Türen und Tore zur Übernahme bisheriger airberlin-Strecken geöffnet. Erstere wurden so nur teilweise zu einem Fiasko, letzteres wurde zunächst vermieden.

Nicht zu vergessen, daß der Überbrückungskredit viele Urlauber nicht davor geschützt hat, sich nach Einstellung verschiedener Routen z.B. in den USA oder Karibik teure Ersatztickets beschaffen zu müssen. Zudem sind nach dem 27.10.2017 viele Tickets wertlos und müssen ebenso nochmals gekauft werden. So ist es nunmal mit einer Insolvenz.
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214

Freitag, 13. Oktober 2017, 14:43

Tagtäglich gehen Firmen in Deutschland in Insolvenz und stecken in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Würde der Staat dort auch eingreifen wollen wäre es einfacher gleich den Sozialismus auszurufen.

Im übrigen steckt Alno bereits seit 1995 in Schwierigkeiten und bei der aktuellen Insolvenz ist die Rede von Täuschung und Betrug in Richtung des Hauptgesellschafters. Der Vergleich mit der AirBerlin-Insolvenz hinkt gewaltig.
Exakt so ist.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »WXYZ« (13. Oktober 2017, 14:45)


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215

Freitag, 13. Oktober 2017, 15:19

Tagtäglich gehen Firmen in Deutschland in Insolvenz und stecken in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Würde der Staat dort auch eingreifen wollen wäre es einfacher gleich den Sozialismus auszurufen.

.


Warum hat man es bei AB gemacht ?


Im übrigen steckt Alno bereits seit 1995 in Schwierigkeiten und bei der aktuellen Insolvenz ist die Rede von Täuschung und Betrug in Richtung des Hauptgesellschafters. Der Vergleich mit der AirBerlin-Insolvenz hinkt gewaltig..


Im übrigen schreibt Air Berlin mit einer Ausnahme seit 2008 rote Zahlen

Dein Vergleich hinkt gewaltig :pfft:
Die Frage warum man es bei air berlin gemacht hat, meinst Du doch nicht ernst - oder ?

Im Fall air berlin stand natürlich ein öffentliches Interesse dahinter. Es kann nur unser aller Interesse (Deutschland und EU) sein, dass die deutsche Lufthansa Group als starkes wirtschaftliche Unternehmen, weiter gestärkt wird.

Wenn in den USA etwa 3 Netzwerk-Airlines den Markt bestimmen, wenn in Asien genau so 3 Netzwerk-Airlines den Markt beherrschen, dann muss es unser hohes Interesse sein, dass es auch in Europa mit der Lufthansa Group, der Air France-KLM und vor allem mit der IAG drei starke Airlines gibt. Unsere Interesse kann es nicht sein, dass die Sandkasten Airlines wie z.B. Emirates und Etihad, sich weiter in Europa Marktanteile holen. Zudem ist gesichert das dort weiter expandiert wird (mit staatlicher Förderung) und weiter Airlines wie z.B. Qatar ebenso weiter wachsen werden.

Lufthansa hat mit diesem Schritt einen deutlichen Gegenpol gegen diese Entwicklungen gesetzt und sichert damit (in Deutschland) Arbeitsplätze. Umgekehrt war es seinerzeit völlig richtig, dass die Bundesregierung nichts gegen den Niedergang z.B. Opel unternommen hat. Man muss bei einem Engagement sehr sorgsam abwägen, welche Chancen und welche Risiken bestehen und vor allem wie die Zukunftspronosen für das betroffene Unternehmen ist. Im Fall Alno ist die miserabel. Bei Opel wäre es ähnlich gewesen.

Wobei "revealmap" es schon erwähnt hat. Der Staat darf im Grundsatz keine Unterstützung für Wirtschaftsunternehmen anbieten, wenn diese in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Das mag in sozialistischen oder kommunistischen Strukturen anders sein, aber nicht in Deutschland. Und trotzdem gibt es Ausnahmen, nämlich sehr individuelle Einzelfälle.

216

Freitag, 13. Oktober 2017, 21:11

Schon am Mittag soll der Vertrag unterschrieben werden.


Der Vertrag zwischen Lufthansa und airberlin ist nach einer Mitteilung der LH-Pressestelle erst am Freitag 13.10.2017 unterzeichnet worden. Schließlich mußten 250 Seiten notariell vorgelesen werden. War also nicht gestern wie propagiert "der große Tag", sondern erst heute.
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217

Freitag, 13. Oktober 2017, 23:29

Boykottieren

die vom Arbeitsplatzverlust bedrohten Piloten der airberlin den von Lufthansa erwarteten Wechsel zu Eurowings?

http://www.rp-online.de/wirtschaft/unter…s-aid-1.7142811
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218

Samstag, 14. Oktober 2017, 09:59

Erst muss das Kartellamt prüfen, das dürfte entgegen Spohrs Rede, länger als 3 Monate dauern.
Außerdem wird kein Mitarbeiter "einfach so" übernommen, ALLE müssen sich neu bewerben und das dürfte der Ausschlag des Boykotts sein.
Freedom's just another word for nothing left to lose...

219

Samstag, 14. Oktober 2017, 10:33

Keine Betriebsübernahme - kein automatischer Personalwechsel.
Allerdings sieht es danach aus, dass dies gerichtlich auf den Prüfstand kommt.
Auch das wird dauern.

Bis dahin sind die "freien Plätze" im Cockpit alle vergeben.

PS: Betriebsübernahmen bei Eurowings gibt es auch: Für Niki und LG Walter (Turboprop).
Sind nicht insolvent und liegen offenbar im Lohnniveau nicht höher oder niedriger als Eurowings Deutschland.
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220

Samstag, 14. Oktober 2017, 15:35

Das ist ja totaler Quatsch - sorry cuate!

Dein
" Sind nicht insolvent und liegen offenbar im Lohnniveau nicht höher oder niedriger als Eurowings Deutschland. "

Hab ich gerade einem AB Piloten vorgelegt.
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