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Donnerstag, 11. Mai 2017, 14:30

Fellbach: Goldberg Restaurant

Meinungen, Bewertungen und Kritiken: Goldberg Restaurant & Winelounge in Fellbach



Bilder: 35

Küche: gehoben, international
Auszeichnung: 1 Stern Guide Michelin (2017)

Öffnungszeiten:
Dienstag - Samstag: 18.00 – 0.00 Uhr
Sonntag, Montag: Ruhetag

Adresse / Kontakt:
Goldberg Restaurant & Winelounge
Tainerstraße 7
70734 Fellbach
Telefon: 0711 57561666
Fax: 0711 57561677
Email: info@goldberg-restaurant.de


Hier kann man seine Meinung bzw. seinen subjektiven Eindruck über das Goldberg Restaurant & Winelounge in Fellbach veröffentlichen.

Sternedieb

Master Amigo

Beiträge: 44 614

Wohnort: Im wilden Süden....

Beruf: Semsakrebslor

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Mittwoch, 7. Juni 2017, 20:23

Einmal mehr eine zu lange Bewertung / Restaurant-Kritik, die praktisch nur überflogen wird ...

Das Goldberg Restaurant, welches auch mit dem Zusatz Winelounge geführt wird, liegt in Fellbach direkt bei der Schwabenlandhalle (Korrekt: Kongresszentrum Schwabenlandhalle) und damit in der Tainerstraße neben dem Best Western Plus Hotel Fellbach-Stuttgart. Die Lage ist sicher nicht ideal, hat aber den Vorteil, dass es hier Parkplätze direkt vor der Restaurant-Türe gibt, aber man trotzdem noch in vernünftiger Gehweite zum Zentrum liegt. Seit 2016 hält der Chefkoch Philipp Kovacs einen Stern des Gourmetführers Guide Michelin. Korrekt ist natürlich, dass das Goldberg Restaurant seit 2016 mit einem Stern ausgezeichnet ist, denn laut Michelin gehört der Stern dem Restaurant und nicht dem Koch. Damit ist man hier seit 2017 eines von insgesamt 3 Restaurants in Fellbach, die sich mit einem Michelin Stern schmücken dürfen. Für eine Stadt mit etwas über 45.000 Einwohnern ist das sicher kein schlechter Schnitt. Zuerst hielt Armin Karrer mit seinem avui die Sterne-Ehre hoch, dann kam Philipp Kovacs und seit 2017 ist auch Oettinger's Restaurant mit im Kreise der Michelin-Ausgezeichneten. Zu erwähnen sei auch, dass es in wenigen Kilometern Entfernung noch mehrere Restaurants gibt, die sich als Sternerestaurant bezeichnen dürfen. Dazu gehört z.B. das Bachofer in Waiblingen, das Restaurant Malathounis in Kernen im Remstal und natürlich auch die diversen weiteren Restaurants in Stuttgart.


(Bild: Eingang zum Goldberg)

Hinter dem Goldberg steckt die System Gastronomie Verwaltungs GmbH und somit zur "Rauschenberger Gruppe" welche derzeit unter anderem das Pier51 und das Restaurant Cube betreibt. Von diversen Catering - Verträgen in Filderstadt, Fellbach usw. mal ganz abgesehen.

Reserviert wurde online und das anscheinend rechtzeitig, denn bei unserem Besuch waren irgendwann alle Tische belegt. Ausgezeichnet und außergewöhnlich war, dass es einen Tag vor der Reservierung noch einen Anruf seitens des Lokals gab, ob man noch Fragen oder spezielle Wünsche hätte oder ob man Rücksicht auf spezielle Allergene nehmen solle. Und dies auch wegen Nichtereichbarkeit meinerseits dann auf dem Anrufbeantworter / Mailbox mit der Möglichkeit für einen Rückruf. Gut für das Restaurant, denn so kann man schon im Vorfeld abklären ob der Gast auch seine Reservierung einhält und gut für den Gast, denn der fühlt sich schon vor dem wirklichen Besuch für "umsorgt".

Wer das Restaurant und die Location nicht kennt, geht oder fährt auf einen Betonklotz zu, denn nichts mehr ist die Schwabenlandhalle mit ihrer 70er Jahre Architektur, welche von einem Architekten aus dem Landkreis Göppingen stammt. Da hilft auch die schwarze Mercedes E-Klasse mit der Goldberg Aufschrift und dem Schriftzug des Sponsors nicht weiter. Bitteschön, wer bringt den Beton über der Limo in Ordnung, an dem der Schriftzug Restaurant "prangt"? Gut - shabby chic ist durchaus ein moderner Einrichtungsstil, allerdings liegt hier der Schwerpunkt auf Einrichtung und nicht auf Außenansicht. Also bitte, liebe Stadt Fellbach, das geht sicher besser. Setzt da mal einen Putztrupp dran oder spendiert dem Lokal eine vernünftige bzw. saubere Betonfläche für ein angenehmes Restauranbild.

Betritt man das Goldberg dann jedoch, wird es schöner, deutlich sogar. Diverse Kerzen und Bodenlampen beleuchten den Weg zum Inneren, ebenso wie diverse Leuchtreklameschilder, von denen ich auch mindestens eine Säule im Außenbereich erwartet hätte.



Stattdessen befinden sich auf dem Pfeiler gegenüber dem Restauranteingang irgendwelche leeren Tafeln, von denen man auch erwarten könnte, dass hier Ärzte ihre Sprechzeiten ankündigen. Der Sponsor der E-Klasse würde sich sicher an dieser Stelle sicher über ein beleuchtetes Motiv freuen. Nur einfach als Beispiel oder Möglichkeit für den Betreiber. Aber "anyway" - alles ist besser, als dieses verlassene Doktoren-Schild bzw. als diese Doktoren Tafeln. Manchmal hilft auch einfach nur abmontieren.

Menü
Aktueller Preis für das Menü Philipp Kovacs - 110 € (5 Gänge) - 90 € (4 Gänge) - 75 Euro (3 Gänge)



Apero
Als Apero gab es 2 schwarze Kugeln, die als als Kartoffel-Gold-Nuggets angeboten werden, wahrscheinlich wegen der kleinen Goldeinlage an der Seite. Wohlschmeckend, allerdings innen deutlich zu heiß, um sie auf einmal zu essen und das abbeißen macht schwarze Flecken auf den Zähnen.


(Apero)

Brot:
Die Brotauswahl wurde nett präsentiert, ob man allerdings zusätzlich verpackte Butter (15g von Eurial - Conviettes) dazu braucht, will sich mir nicht erschließen. Das Produkt ist zwar gut bzw. genießt ein gutes Renomee, aber wer 15g Butter aus Frankreich verpackt in einem Restaurant reicht, arbeitet nicht wirklich ökologisch. Da sind die beiden anderen "Aufstriche" (Ziegenfischkäse und eine Art mediterraner Obatzda - Obatzter) sicher besser gewählt und sicher auch handwerklich interessanter.


(Brotauwahl)

Amuse-Gueule:
Sicher kein schlechter Start, nur für mich etwas zu viel. Man nehme den zusätzlich gereichten Sud oder die danach schmeckende Flüssigkeit bitte weg, denn so hatte das sehr zarte Tatar einfach zu wenig eigenen Raum. Alles andere war stimmig und gut. Selbst die Rote Beete harmonierte noch, wobei diese sonst meist zum Tatar etwas zu sehr überwiegt.


(Amuse)

Erster Gang:
Beschrieben als Gelbschwanzmakrele - Auster, Grüner Apfel, Thai Spargel und Jalapeño. Ich kann mich dafür begeistern, die rohe Abschnitte der Gelbschwanzmakrele sind in super Qualität und werden von den zusätzlichen Aromen umschmeichelt. Auch die Auster hat eine Top-Qualität, hier ist nur schade, dass der grüne Apfel nochmals und in zu großer Menge zum Einsatz kommt und in Verbindung mit der Auster etwas zu kalt im Gaumen wirkt.


(Bild: Gelbschwanzmakrele)


(Bild: 2 Austern)

Gang No. 2
Gekennzeichnet als Zander - Umami Bouillon, Lauch, Mousseline.



Der Zander war ziemlich gut, mit dem Wort Umami habe ich zwischenzeitlich so meine kleinen persönlichen Probleme. Letztendlich transportiert das Wort nur eine leere Worthülse aus dem japanischen und steht für diverse Geschmacksnuancen bzw. -reflexe, die auch von der Glutaminsäure ausgelöst werden. Ähnlich verhält es sich mit der Sauce mousselin, welche in Wirklichkeit eine simple Sauce Hollandaise darstellt. Schön beschrieben, das war es aber dann auch.

Hauptgang:
Rinderfilet - Short Rib, Broccoli und Rettich (Laut Menu)

Wirklich kein schlechter Gang und endlich mal nicht einfach aufgeschnitten präsentiert. Das frittierte Basilikum gab optisch eine nette Note, aber letztendlich reichte das Produkt an sich. Der wiederholte Einsatz der mousselin (Hollandaise) ist dann doch fragwürdig und deutlich zu simpel im Programm. Außerdem war diese nicht angekündigt und passte für mich nicht ins Gesamtbild. Weder optisch noch geschmacklich und sorry, aber wer ein Rinderfilet mit Hollandaise irgendwo bestellen sollte, ist in einem Restaurant auf dem Dorf gelandet, denn ansonsten steht das höchstens in Verbindung mit Spargel auf der Speisekarte. Über die Garstufe muss man hier sowieso nicht reden, aber wenn man fragen sollte - diese war perfekt.



Das nachfolgende Pre-Dessert war simpel und einfach und nicht nur dadurch einfach gut - bis auf die Deko, die den Anschein nach einem rohem Rosmarin-Zweig hatte und deshalb unangerührt blieb.



Das Dessert wurde auf der Menükarte mit Kokos - Mango, Shiso, Sushireis & Sake beschrieben. Alles ziemlich solide, bis auf die Mango-Kugeln, welche dem Ganzen eine wirkliche besondere Note gaben. Überraschend, besonders und außergewöhnlich und ich würde sogar meinen, dass hier etwas Passionsfrucht im Spiel war. Falls nicht, hat man hier in der Küche der Mango alles herausgekitzelt.



Das Petit Four, bzw. in diesem Fall korrekt Petits Fours (laut Karte Petit Fours) und laut Duden Pe­tits Fours für die Mehrzahl und Pe­tit Four für die Einzahl, war insgesamt kein Highlight, aber durchaus durchdacht, wobei das französische Baisergebäck eine ganz leichte Konsistenz der freien Lagerung hatte.



Preis/Leistung:
Das Menü selbst bzw. der Preis dafür ist mit Sicherheit nicht wirklich günstig. 3 Gänge für 75 € sind sogar durchaus im höheren Bereich angesiedelt. Volle Punktzahl gibt es von mir für die Weinkarte des Goldberg, denn hier kalkuliert die Rauschenberger Gastro durchaus fair und gastfreundlich. Und es lohnt sich durchaus, die Weinkarte ausführlich zu studieren und nicht die begleitenden Weine zu wählen, wobei auch der Preis dafür in Rahmen ist.

Service:
Ziemlich gut und wie bereits erwähnt gab es einen vor dem Tag der Reservierung einen Anruf, ob man noch Fragen bzw. spezielle Wünsche hätte. Eine volle Punktzahl an dieser Stelle würde ich sofort akzeptieren und auch unterstreichen, halte mich aber an :Amigo::Amigo::Amigo::Amigo:, die jedoch nicht am Service lagen. Ein großes Kompliment gibt es für den Restaurantleiter, aka Sommelier und für das "Tellertaxi". Das ist sicher nicht abwertend gemeint, denn bei dieser Person hatte ich wirklich das Gefühl, dass er seinen Job gerne mag und er über jedes Wort vom Gast glücklich war. Herzlichen Dank dass wir von ihm bewirtet bzw. bedient werden durften.

Fazit:
Sicher ein sehr feines Restaurant. Die Inneneinrichtung ist durchdacht und hochwertig, die Außenansicht ist wie erwähnt durchaus zu überdenken und nicht wirklich einladend. Und würde hier kein Fahrzeug mit Werbeaufkleber an der Türe platziert werden, könnte man durchaus von einem Vereinslokal sprechen. Den Michelin-Stern sehe ich hart an der Grenze (sorry - bitte nicht am Koch-Ehrgefühl verletzt sein und schreien, was erlaube diese ..... habe keine Ahnung und musse beweise ... issse keine Koch) aber dann doch auch wieder verdient und das, weil ich die Restaurants in der Umgebung kenne, die mit einer ebensolche Auszeichnung bedacht wurden. Und .. ich würde dem Chefkoch Philipp Kovacs empfehlen, sich etwas mehr um seine Gäste zu kümmern. Ein klein wenig Sichtbarkeit mögen viele Gäste durchaus, was nicht auf meine Wenigkeit bezogen ist, aber von vielen durchaus gewünscht wird, und man z.B. in Fellbach-Schmiden perfekt beherrscht und selbst so ein unbedeutender Koch mit dem Namen Paul B. welcher in Collonges-au-Mont-d’Or geboren wurde, hat seine Kochmütze wie eine Krone für seine Gäste eingesetzt. Im Klartext: Entweder es redet der Chefkoch mit seinen Gästen oder noch besser der Inhaber - Sponsor des Restaurants aber bitte nicht irgendeine "Dame" aus dem Bereich Marketing.

Meine Meinung:

Essen:
:Amigo::Amigo::Amigo::Amigo:X

Ambiente:
:Amigo::Amigo::Amigo::Amigo:X

Service:
:Amigo::Amigo::Amigo::Amigo:X

Preis-/Leistung:
:Amigo::Amigo::Amigo::Amigo::Amigo:

Gesamteindruck:
:Amigo::Amigo::Amigo::Amigo:X

Besucht im Mai 2017