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Dienstag, 7. Februar 2017, 21:54

Jakkalswater

Ursprünglich handelt es sich bei Jakkalswater um eine Wasserstelle auf dem rechts vom Swakoptal sich in Richtung Karibib hinziehenden Hochland. Diese Wasserstelle ist seinerzeit Grund gewesen hier eine Bahnstation anzulegen, auch um die Dampflokomotiven mit Wasser zu versorgen.



Jakkalswater war Station der älteren Strecke der Windhoeker Eisenbahn und auch gleichzeitig Poststation. Als der Bau der Bahnlinie Swakopmund - Windhoek bis Jakkalswater fortgeschritten war, wurde ein militärischer Außenposten mit vier Soldaten in Karibib eingerichtet, um den weiteren Bahnbau zu bewachen.



Die ehemalige Bahnstation Jakkalswater wurde bereits 1898 eröffnet und am 30. Mai 1900 erreichte die Eisenbahnlinie von Swakopmund aus Karibib. Auch die Ochsenwagen nutzten nun diesen Weg, anstatt auf dem alten Baiweg über Otjimbingwe zu fahren. Der bis dahin unbekannte Ort wuchs und entwickelte sich.



Die Station Jakkalswater (auch: Jakalswater) war von 1898 bis 1910 in Betrieb. Für die nötige Versorgung der Dampflokomotiven mit Wasser zur Durchquerung der Namib-Wüste reichten die Brunnen vor Ort jedoch nicht aus.



So wurde von Jakkalswater ausgehend eine nach Süden führende Strecke zur 7 Kilometer entfernten Quelle Modderfontein (heute am Zebra Haus der Erongo Region: Wüstenquell Gästefarm), die ausreichend Wasser versprach, gebaut und im April 1899 eröffnet.



Später wurde die Wasserbahn bis Riet am Swakop-Rivier verlängert. Die gefüllten Wasserwagen wurden in Jakkalswater abgestellt und nach Bedarf den Staatsbahnzügen zugeteilt.



Dieser Abschnitt wurde 1902 als 600 mm-Schmalspurbahn in Betrieb genommen. Diese Spurbreite stand zu dieser Zeit als Feldbahnmaterial in Deutschland in ausreichender Menge zur Verfügung und konnte schnell in Namibia verbaut werden. Dieser Ausbau ermöglichte es erstmals, mit dem Eilzug der Otavibahn und einem Schnellzug der Staatsbahn die Strecke zwischen Küste und Hauptstadt (sowie umgekehrt) in einem Tag zurückzulegen.



Das Stimmengewirr der Reisenden, der energische Pfiff des Schaffners, das behäbige Anschnaufen der Dampflok - auf vielen bis heute erhaltenen Ansichtskarten aus den Jahren um 1905 lebt die kurze Blütezeit der Eisenbahn in Namibia auf.



Es ist erstaunlich was nach über 100 Jahren vom einstigen Schienennetz noch existiert und in welchem Zustand die Anlagen an den ehemaligen Bahnlinien heute sind.



Das Bahnhofsgebäude von Jakkalswater ist heute das bewohnte Farmhaus Jakkalswater, da sehr solide gebaut wurde. Die Gleise sind jedoch bis auf den letzten Nagel demontiert und anderen Zwecken zugeführt worden - man findet im ganzen Land Schienenstücke aller Spurweiten als Pfosten in den kilometerlangen Farmzäunen.



Natürlich ist auch hier gekämpft worden, erst in den Aufständen der Nama und Herero, später dann im 1. Weltkrieg, der in Deutsch-Südwestafrika bereits Mitte 1915 mit der Kapitulation der kleinen, deutschen Schutztruppe vor der einfallenden südafrikanischen Übermacht zu Ende ging.



Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs räumte die deutsche Schutztruppe die Küste, zog sich ins Inland zurück und zerstörte dabei die Otavibahn als auch die Staatsbahntrasse in Richtung Karibib bis Rössing.